Was ist die Taufe?
30. 6. 2007 | von: David Brunner
Nein, keine Angst, hier soll es keine theologische Argumentation pro oder kontra Säuglings- bzw. Erwachsenentaufe geben. Was dann?
Ich würde gerne von Dir wissen, was Deine Taufe (sofern Du getauft bist) für Dich bedeutet.
In den vergangenen Tagen und Wochen (verstärkt durch einige Taufen in der Gemeinde) habe ich mich immer wieder gefragt, ob die hochtheologischen Diskussionen rund um die Taufe nicht zu sehr am praktischen Leben vorbeizielen. Da wird über die gratia praeveniens, die Taufgewissheit und die Bestätigung der Bekehrung gesprochen, da geht es um Dinge wie Allversöhnung, Erbsünde und die Frage nach der Heilsnotwendigkeit einer Taufe. Natürlich sind das alles ganz wichtige Fragen, die man klären sollte. Aber was mich vielmehr noch beschäftigt ist die Frage nach der existentiellen Bedeutung der Taufe. Die Frage nach der Bedeutung der Taufe für einen gläubigen Christen.
Ich bin da immer mehr auf Luthers Spuren: »Bapticatus sum!« rief er immer wieder in Momenten seiner größten Anfechtung aus und ritzte es in seinen Schreibtisch. »Bapticatus sum!« - »Ich bin getauft!«. Warum gerade dieser Ausruf? Ich glaube, er bringt sehr schön zum Ausdruck, dass in den Momenten, in denen mir das Glauben schwer fällt, in denen ich in Anfechtungen bin, in denen ich nicht mehr weiß, was und wem ich glauben soll, ich einer Sache sicher sein kann: Gott ist auf meiner Seite. Aber wie um alles in der Welt kann dieser Sachverhalt für mich zum Trost werden? Doch nur dann, wenn es dafür einen Moment gibt, an dem ich es fest machen kann. Und das ist meines Erachtens eben gerade NICHT die Bekehrung, sondern die Taufe. Warum? Weil in der Taufe (Luther wurde einen Tag nach seiner Geburt getauft) zum Ausdruck kommt: Gott begleitet mich in meinem Leben. Seine Gnade und Liebe ist größer als das, was mich zum Zweifeln bringt. Wohlgemerkt: Gottes Gnade und Liebe erweist sich nicht erst in der Taufe, sondern schon in dem Moment der Entstehung eines ungeborenen Lebens - aber die Taufe kann ein schönes Sinnbild dafür sein.
Eines ist klar: »Bapticatus sum!« kann mir nur zum Trost werden, wenn ich eine bewusste Entscheidung für Jesus getroffen habe, da ich dann erst nachvollziehen kann, was die Taufe für mich bedeutet. Aber es muss ein Ereignis sein, das extra me, außerhalb von mir, ist; an dem ich keinen Anteil habe - denn ansonsten wirft mich der Zweifel und die Anfechtung immer wieder auf mich selbst zurück.
Das ist nun mal nur mein Standpunkt. Und deswegen würde ich gerne von dir als Leser wissen: Welche Bedeutung hat für dich deine Taufe?
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Kommentar von Daniel am 3. Juli 2007
…dazu fällt mir zunächst mal ein (und das spricht vermutlich schon Bände!): Ich weiß meinen Taufspruch gar nicht… Vergesse ihn andauernd - obwohl ich meine Eltern alle halbe Jahr frage…
Kommentar von Daniel am 4. Juli 2007
Gen 12,2. :)
Kommentar von David am 4. Juli 2007
schön. wieder gefunden. ich frag dich in einem halben jahr noch mal
Kommentar von David am 4. Juli 2007
hmmm sonst hat niemand was zu seiner taufe zu sagen?
Kommentar von Wolfgang am 8. Juli 2007
Taufe ist für mich der Startpunkt in meiner Zugehörigkeit zur Kirche.
Da in meiner Familie die religiöse Erziehung und die gemeindliche Anbindung dazugehörte, habe ich das nie dauerhaft hinterfragt.
Um den Glauben zu bezeugen gab es in den Jahren nach der Taufe genügend Möglichkeiten.
Schade finde ich, dass die meisten Gemeinde nur eine Mini-Taufschale haben, aus der man bestenfalls einzelne Tropfen herausfischen kann.
Taufsprüche gibt es noch gar nicht so lange!
Die meisten aus meinem Vikarskurs hatten gar keinen, da dieser Brauch sich erst nach und nach in den 80er/90ern durchsetzte.
Pingback von Gedanken aus dem Predigerseminar (1). | brunner24.com am 23. Oktober 2007
[…] Heute steht die Taufe auf dem Programm. Vor einiger Zeit hatte ich schon einmal etwas über die Taufe und deren Bedeutung geschrieben. […]
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[…] Heute steht die Taufe auf dem Programm. Vor einiger Zeit hatte ich schon einmal etwas über die Taufe und deren Bedeutung geschrieben. […]
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[…] Mich lässt dieses Thema einfach nicht los. Was geschieht in unserer Praxis der Kindertaufe? Ist sie ein rettendes Handeln? Oder ist sie ein segnendes Handeln? Ich verstehe es nicht…Sollte es in der Tat ein rettendes Handeln sein (in Bezugnahme auf bspw. Römer 6,1-10: 1 Was sollen wir nun sagen? Sollen wir denn in der Sünde beharren, damit die Gnade umso mächtiger werde? 2 Das sei ferne! Wie sollten wir in der Sünde leben wollen, der wir doch gestorben sind? 3 Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? 4 So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln. 5 Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein. 6 Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen. 7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde. 8 Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden, 9 und wissen, dass Christus, von den Toten erweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod kann hinfort über ihn nicht herrschen. 10 Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben ein für alle Mal; was er aber lebt, das lebt er Gott. […]
Kommentar von Nine am 17. Juli 2008
Am 31. August 2008 habe ich meine Taufe und ich freu mich schon ganz rießig drauf *hüpf*
Ich bin atheistisch aufgewachsen und durch ein eher tragisches Erlebnis (Krankheit) zum Glauben gekommen. Und die ganze Zeit über konnte ich spüren, dass Jesus wirklich lebt, dass Er mich all die Jahre begleitet hat und mich nicht aufgegeben hätte als ich selbst schon das Handtuch werfen wollte.
Vor drei Monaten habe ich mich bekehrt und besuche regelmäßig eine Gemeinde. Und mit jedem Tag lerne ich meinen Herrn, der mich gerettet hat, immer besser kennen und bin Ihm unendlich dankbar für Sein großes Liebesopfer. Nur durch Ihn bin ich rein geworden und das möchte ich gerne durch die Taufe bekräftigen lassen, weil noch oft dunkle Mächte an mir ziehen. Ich will wie Luther sagen können: “Ich bin getauft! Ihr habt keinen Anspruch mehr auf mich, weil ich voll und ganz zu Gott gehöre!”
… Ja, ich kann sagen: Meine Krankheit, das Beste was mir je passiert ist! Sonst hätte ich Jesus wahrscheinlich nie kennen gelernt…
Danke, Herr!