Spätabtreibung - es kommt Bewegung in den Bundestag.
Wenn ein ungeborenes Kind nach der 22. Schwangerschaftswoche abgetrieben wird, nennt man dies “Spätabtreibung”. Das Kind wäre rein theoretisch in der Lage, außerhalb des Mutterleibes zu überleben. Eine Abtreibung in diesem Stadium ist nicht weniger oder mehr schlimm als davor - es ist und bleibt die Tötung von Leben.
Nun hat die SPD-Politikerin Kerstin Griese auf ihrer Homepage aber auch auf der EKD-Synode in Bremen, die gestern zu Ende ging. verlauten lassen, dass sie für eine Änderung der Gesetzesregelung bei Spätabtreibungen eintreten möchte.
Konkret geht es ihr darum, dass eine psychosoziale Beratung der Frauen gesetzlich geregelt und den Frauen eine Denkfrist von drei Tagen gewährt werden soll.
Auf ihrer Homepage schreibt sie:
„Aus der Praxis wissen wir, dass die Schwangeren in einer Konfliktsituation häufig alleine dastehen.“ Sie hätten entweder keine Kenntnis über die vielfältigen Beratungsangebote oder ihr Arzt habe ihnen keine dringend gebotene psychosoziale Beratung vermittelt. „Die ärztliche Pflicht zur Beratung muss auch mit einschließen, über ein Leben mit einem körperlich oder geistig behinderten Kind aufzuklären“, betont Kerstin Griese. Dazu gehöre es, auf die Hilfsangebote von Behindertenverbänden hinzuweisen. „Es kann vorkommen, dass Frauen gesetzeswidrig zu einem Abbruch gedrängt werden, um nicht mit einem behinderten Kind leben zu müssen. Mir hingegen ist der Grundsatz wichtig: Behindertes Leben ist gleichwertiges Leben.“
Griese bringt das derzeitige Dilemma auf den Punkt:
„Nach heutiger Regelung hängt die Betreuung der Schwangeren in einer Konfliktsituation zu sehr von der einzelnen Handhabung durch den einzelnen Arzt oder die Ärztin ab.“
Am 11. November will die SPD darüber beraten, wie nun weiterverfahren werden soll und ob und wie mit der CDU/CSU-Fraktion kooperiert werden soll, die ähnliche Gedanken hegt.
Neben Obama und Co ist das eine kleine, aber wie ich finde wichtige Angelegenheit, für die es sich zu beten lohnt.
Ich kann nur bestätigen, dass behindertes Leben gleichwertiges Leben ist. Viele Frauen werden von Ärzten in die Enge getrieben und es wird als moralisch verwerflich angesehen, wenn eine Frau ein Kind, dass evtl. behindert sein könnte, nicht abtreiben will. Heutzutage ist die Forschung doch so weit, dass man “so was” nicht mehr haben muss. Schrecklich!!!
Ja das ist echt krank. Und dass dagegen nun “staatlich vorgegangen” wird ist doch gut.
Ja, das habe ich wohl nicht erwähnt, aber ich finde es natürlich super, wenn dies politisch positiv bearbeitet wird.
[...] einigen Tagen hatte ich schon einmal darüber geschrieben, dass im Bundestag Bewegung in die Frage nach der Regelung von Beratung bei Spätabtreibungen [...]