Segensworte per SMS sind unheilig - oder doch nicht?

Manchmal scheinen Kirchenvertreter eine Rolle rückwärts machen zu müssen, um sich ins Gespräch zu bringen. So auch der Direktor der Evangelischen Akademie Berlin, Rüdiger Sachau in der aktuellen Ausgabe “der Nordelbischen“. Denn er ist der Ansicht, dass ein Segenswort per SMS zwar auch anrühren kann - aber dennoch grundsätzlich die Frage erlaubt sein muss, ob dadurch nicht “das Heilige auf dem Handy zum religiösen Dekor” verkommen würde.

Seine Meinung: Banale Formen entwerten den Inhalt.
Meine Meinung: Banale Kirchenfunktionäre entwerten auch den Inhalt.

Ich denke in Zeiten von “Bibel in gerechter Sprache” und der Aushöhlung des Gottesbegriffes sollte man sich doch eher mal über grundlegende theologische Dinge einigen, als über geeignete oder ungeeignete Medien der Evangeliumsverkündigung nachdenken.

Eine Kanzel, die ein unbiblisches Evangelium predigt entwertet meines Erachtens den Inhalt mehr als ein modernes Medium, das sicherlich seine Grenzen hat.

2 Responses to “ Segensworte per SMS sind unheilig - oder doch nicht? ”

  1. Also ich seh’s genau wie du! - Auf was manche Leute für Ideen kommen? Dann könnte der gute Herr Sachau auch keine E-Mails mehr rausschicken (mit frommen Worten) usw.. Die gute Frage: wo ist die Grenze? Kennt er etwa schon Twitter und das ganze Zeug? Die (Medien-) Welt ist schneller als das Schubladendenken mancher frommer Leute - und das ist auch gut so. Es kommt meines Erachtens immer auf die Situation an und auf den, der den Segen weitergibt. Ich habe auch schon “Segen” in Gemeinden/ Kirchen erlebt, wo man sich gefragt hat, war das jetzt Inhalt oder nur noch Form?

  2. Ich denke, die Grenze ist dort, wo das Medium nicht mehr dafür sorgen kann, dass der Segen den “Adressaten” wirklich erreicht/berührt, sondern wo es zum Standard, zur Floskel, zur “frommen Show” wird. Aber: das kann jedem Medium passieren.

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