Psalm 91.
Gestern Abend hielt ich im Petersstift eine Andacht zu Psalm 91.
Psalm 91. Für mich einer der herausforderndsten Psalmen überhaupt. Warum? Der Psalmbeter spricht mit solch einer Deutlichkeit von Gott als dem schützenden, Geborgenheit gebenden und bewahrenden Gott, dass ich mich manchmal ganz klein fühle.
»Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.« (Psalm 91,2)
Kann ich das auch so sagen? Gott, meine Zuversicht, die mich in jeder Situation meines Lebens trägt und begleitet? All zu oft entdecke ich mich darin, meinen Alltag, meine Sorgen selbst zu bewältigen und nicht den Schutz des Herrn zu suchen. Aber nicht so der Psalmbeter. Er scheint ein unumstößliches Vertrauen in Gott zu haben. Da will ich auch hinkommen.
»Seine Wahrheit ist Schirm und Schild, dass du nicht erschrecken musst vor dem Grauen der Nacht.« (Psalm 91,4)
Kommt uns »Wahrheit« nicht oft als etwas Hartes, Unangenehmes, Entzweiendes vor? Gottes Wahrheit ist für den Psalmbeter Schirm und Schild. Sie ist für ihn eine »letzte Instanz«, die steht und nicht fällt – möge kommen, was da wolle. Und wenn es das Grauen der Nacht ist – das wir auch zu Genüge kennen. Jeder anders, jeder ganz individuell. Aber wir kennen es. Und da ist es Gottes Wahrheit, Gott selbst, der Eine und Lebendige, der für den Psalmbeter wie ein »Fels in der Brandung« ist, an den er sich halten kann. Und er weiß: er ist mir Schirm und Schild.
Der Grund dieses grenzenlosen Vertrauens schildert der Psalmbeter in den letzten Versen. Hier redet nicht er selbst, sondern hier wendet sich Gott dem Schutzsuchenden zu und sagt: »Er liebt mich, darum will ich ihn erretten, er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen.« (Psalm 91,14)
Gott lieben. Von ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Gemüt. Unser Leben als Anbetung Gottes. Das kennen wir, als ein Pharisäer Jesus nach dem höchsten Gebot fragt.
Ich habe Euch einen »modernen Psalm« mitgebracht, in dem genau dieses Urvertrauen zu Gott auch vorkommt. Ihr findet den Text auf eurem Platz, könnt ihn mitlesen, könnt aber auch einfach nur zuhören und euch an ganz unterschiedlichen Stellen in diesem Psalm wieder finden.
Im Anschluss spielte ich den Song »Ich trage dich auf meinen Händen« von »Zeichen der Zeit«.
hallo ich habe etwas anregendes zu ps 91 gesucht - und hier gefunden! danke für die idee mit zeichen der zeit und gottes segen
caro
cool, freut mich.
oh - da war auch noch einer spät online!
danke für diese arbeit ein gutes segnetes neue jahr