Penner, Bettler, Obdachlose.
24. 5. 2007 | von: David Brunner
[Dieser Beitrag erscheint innerhalb des »3D Bloggens«. Sowohl Daniel als auch Simon haben schon ihren Beitrag dazu geleistet.]
Auch wenn Simon nun von mir die alleinseligmachende Lösung präsentiert haben möchte, muss ich ehrlicherweise gestehen, dass ich die Diskussion lange nicht so emotional führen kann, wie es meine beiden Vorschreiber tun. Das macht mich schon nachdenklich und ich frage mich: »Bin ich abgestumpft?«
Wir alle kennen diese Situationen, in denen wir in der Fußgängerzone oder auch woanders einen Obdachlosen am Straßenrand sitzen sehen. Sofort schießen uns viele Gedanken durch den Kopf: »Gebe ich etwas? Gebe ich nichts? Was macht er mit dem Geld? Versaufen? Drogen? Ach. Lieber nix geben. Hätte er sich um Arbeit bemüht, würde er hier nicht sitzen.«
Ich denke, es ist bei diesen Gedanken wie mit der Sünde, die wir allzu oft mit schuldhaftem Verhalten gleichsetzen. Aber das ist so nicht ganz richtig, denn Sünde ist die grundsätzliche Trennung von Gott, unsere schuldhaften Taten sind die Konsequenz aus dieser Trennung. Und so sind die oben genannten Gedanken auch nur die Konsequenz einer bestimmten Haltung bzw. Einstellung. Aber welche Einstellung, welche Haltung? Ich will es kurz anhand zweier Gleichungen versinnbildlichen:
Sünde => schuldhafte Taten
??? => oben genannte Gedanken
Doch was in aller Welt sind die ???. Ich denke, es ist schlicht und ergreifend die fehlende Dankbarkeit gegenüber Gott, dass es uns gut geht, dass wir leben, dass wir nen Job/Ausbildung haben, ein Dach über dem Kopf, Freunde, Geld, Nahrung, einen Computer, das Internet, diverse CDs, Bücher, Pflanzen, Bilder, einen Tisch, einen Stuhl, schöne Wohnungseinrichtung, Familienmitglieder, Netzwerke in denen wir uns treffen, die Bibel, den Glauben, Zeit, Ideen, Kreativität, Gaben, Hobbies, Partner….was uns fehlt ist die Dankbarkeit. Da bin ich mir sicher.
Ich für meinen Teil will es versuchen: bewusster leben, bewusster danken. Und in den Momenten, in denen ich einen Obdachlosen am Straßenrand sitzen sehe will ich mir nicht tausend Dinge überlegen, sondern ich will Gott danken, wie gut es mir geht - und dann mal schauen, was passiert…
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Kommentar von Daniel am 24. Mai 2007
Hmm - was um alles in der Welt sind Betler?!
Im Ernst: Glaube auch, dass es keine Patentrezepte gibt - und dass wir selbst verändert werden müssen, damit was passiert. Und wo Gott unser Herz anrührt und uns z.B. dankbarer macht, passiert ja wirklich was. So hab ich das zumindest schon erlebt.
Kommentar von David am 24. Mai 2007
@daniel: keine ahnung, was “betler” sind
vielleicht menschen, die das beten vernachlässigen? 
Kommentar von Thomas am 24. Mai 2007
Hallo, mal ne ganz dumme Frage.
Warum gibt es in Deutschland Bettler? Wir haben doch nicht umsonst das soziale Netz und das sollte doch eigentlich für Essen, Kleidung und Wohnung ausreichen, oder nicht?
Gruß Thomas
Kommentar von Daniel am 24. Mai 2007
Yep - das ist ´ne gute Frage. Wusstet ihr schon, dass im Rahmen der Reformation die Bettler “abgeschafft” werden sollten - mit Hilfe des “Armenkastens”?! Vorher brauchte man sie noch dringend - für die guten Werke, mit denen man das Fegefeuer verkürzen konnte…