Ökumene.
Für einige ein Schimpfwort. Für einige ein häres Ziel. Für einige Utopie, für einige erlebte Realität. Heute nach dem Gottesdienst hatte ich ein sehr interessantes Gespräch. Eigentlich tangierten wir dieses Thema nur - aber es »läuft mir nach«. Vielleicht auch aus dem Grund, dass wir in der kommenden Woche eine ökumenische Kinderbibelwoche hier haben. Doch was ist nun mit Ökumene?
Gerade in evangelikalen Kreisen (zu denen ich mich selbst auch zähle) hört man oft sehr viel Negatives über Ökumene und erlebt eine eher zurückweichende Haltung. Woran das liegt? Schwierig zu sagen, aber ich will hier dennoch ein paar Gedanken loswerden.
Zum einen meine ich, wenn ich von Ökumene rede, natürlich nur christliche Ökumene, also Ökumene der Konfessionen: evangelisch und katholisch.
»Aber die beten doch Maria an! Das ist Häresie!« so hört man es immer wieder von evangelischer und evangelikaler Seite. Im Prinzip ist dagegen nix zu sagen. Einer alleine ist würdig, angebetet zu werden: Gott, der Vater, Sohn und Heilige Geist. Kein Mensch, kein »Heiliger« (jeder Christ ist ein Heiliger) und keine Institution.
Ein Problem bekomme ich aber dann, wenn der katholische Bruder oder die katholische Schwester wirklich Jesus nachfolgt und wiedergeboren ist - und dennoch Maria verehrt. Was nun? Auf den Gefühlen der anderen herumtrampeln? Den anderen auch mal stehen lassen können mit seiner anderen Meinung? Richten? Urteilen?
Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst.
Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe der Grund der Welt gelegt war. Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen. (Johannes 17,20-26)
Dieses Gebet sprach unser Herr Jesus Christus kurz vor seiner Kreuzigung. Man könnte es irgendwie auch als »den letzten Willen« bezeichnen. Und dieser Wille besteht darin, dass alle, die an Jesus glauben, eins sein sollen. Und warum?`Dass die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst. Das ist starker Tobak: An der Einheit der Christen soll die Welt erkennen, dass Gott der Vater seinen Sohn gesandt hast und er die Welt liebt, wie er seinen Sohn liebt (vgl. Johannes 3,16).
Und wer bitteschön gibt uns dann das Recht, die Christenheit zu trennen, zu teilen und auseinanderzudividieren? Noch einmal: Mir geht es NICHT darum, dass wir nun über Unterschiede hinwegsehen. Auch geht es mir nicht darum, über Irrlehren hinwegzusehen. Menschen dürfen und sollen nicht verehrt werden, sondern einzig und alleine Gott, der Allmächtige.
Aber: Wenn Jesus selbst es wollte, dass alle, die an IHN glauben, eine Einheit bilden - wieso ist es uns dann oft so egal? Ist der Knecht mehr wert als der Herr?
Lieber David,
ich kann sehr gut verstehen, dass DúU unter einer Trennung unter Christen leidest. Das tue ich auch, besonders wenn es künstlich gemacht wird und wir liebe Geschwister schnell verurteilen.
Das Gebet Jesu in Johannes 17 ist ein großartiges Geschenk für uns. Glauben wir doch, dass Gott das Gebet erhört hat!!! Denn der Vater erhört den Sohn in allem. Auch ist diese Gebet kein Gebot oder Gesetz für die Christenheit. Ich bin überzeugt und erlebe das auch, dass Gott dieses Gebet schon lange erhört hat und alle wahren Jünger Jesu eins sind. Wir sind hier auf den Philippinen und arbeiten mit verschiedenen Geschwistern aus unterschiedlichen Hintergründen zusammen und das ist eine gewaltige Sache.
Trotzdem gibt uns Gottes Wort ganz klare Anweisung, was wir zu tun haben wenn ein Bruder/Schwester in Sünde lebt. So auch wenn sie Götzen (Maria, Heilige) anbeten. Paulus fordert uns auf uns von Ihnen zu trennen, wenn sie sich nicht von Ihrer Sünde abwenden:
1. Kor 5,9-12
Ich habe euch in dem Brief geschrieben, daß ihr nichts zu schaffen haben sollt mit den Unzüchtigen.
Damit meine ich nicht allgemein die Unzüchtigen in dieser Welt oder die Geizigen oder Räuber oder Götzendiener; sonst müßtet ihr ja die Welt räumen.
Vielmehr habe ich euch geschrieben: Ihr sollt nichts mit einem zu schaffen haben, der sich Bruder nennen läßt und ist ein Unzüchtiger oder ein Geiziger oder ein Götzendiener oder ein Lästerer oder ein Trunkenbold oder ein Räuber; mit so einem sollt ihr auch nicht essen.
Denn was gehen mich die draußen an, daß ich sie richten sollte? Habt ihr nicht die zu richten, die drinnen sind?
Gott aber wird, die draußen sind, richten. Verstoßt ihr den Bösen aus eurer Mitte!
Wir haben nicht das Recht über einen Menschen zu urteilen, ober er ein Kind Gottes ist, oder nicht. Aber wir müssen seine Taten beurteilen und wenn er in Sünde lebt ihn darauf hinweisen. Läßt er sich ermahnen und kehrt er sich ab. So sagt, Jakobus, dass wir einen Bruder gewonnen haben, wenn aber nicht, dann müssen wir uns leider von ihm trennen, denn er lebt im Widerspruch zu und in Auflehnung gegen seinen Herrn. Somit ist er es, der die Gemeinschaft mit dem HERRN und den Glaubensgeschwistern durch seine Sünde zerstört.
Ich habe liebe Geschwister, die in der katholischen Kirche zum Glauben gekommen sind, und die wahre Schätze sind, sich aber von der Sünde abgewandt haben und den Götzendienst dieser Sekte (Eine Organisation, die Ihre eigenen Lehren über die der Bibel Stellt) nicht mehr mitmachen.
Liebe Grüße
Andreas
jetzt habe ich den Artikel schon zum 2. Mal gelesen und auch noch den Kommentar von Andreas. Jetzt will ich mich doch noch dazu äußern. Unser Samuel geht auch zur Kinderbibelwoche in Bammental, die auch von der Ökomene organisiert ist. Ganz offenbar klappt es hier sehr gut, sich auf die Gemeinsamkeiten zu beschränken, die strittigen Themen für die Zeit des gemeinsamen Dienens und Feierns außen vor zu lassen und so zu einem echten Segen für viele Kinder und Familien zu werden. Dafür bin ich sehr dankbar. In dem Zusammenhang sind mir die Früchte sehr wichtig - hier in Bammental zumindest trägt das Ganze gute Früchte.
Hallo mein Link hat sich geändert für evtl. Rückfragen