Meine Beerdigung.

FriedhofSchon vor vielen, vielen Tagen fragte mich Daniel, ob wir im Rahmen unseres »3D-Bloggens« mal wieder einen Beitrag schreiben wollen. »Also gut«, dachte ich. »Machen wir. Daniel, schlag doch mal was vor!«

Tja, und dann kam er, der Vorschlag: »Wie steht es mit deiner eigenen Beerdigung?«

»Hä? Wie jetzt?« dachte ich und wusste gar nicht so recht, wie ich das angehen soll. Also wunderte es nicht, dass ich das Ganze immer vor mir herschob, weil ich mir über meine eigene Beerdigung, mein Ableben hier auf Erden so richtig gar keine Gedanken mache….bis mir die Idee kam: »Ja. Steh doch dazu. Das ist dein Beitrag fürs 3D-Bloggen.« Gesagt getan, hier schreibe ich nun und kann nicht anders.

Es gibt Menschen, die machen sich zu Lebzeiten schon ihre Gedanken, wie ihre Beerdigung auszusehen hat: welche Lieder gesungen werden, welcher biblische Text die Trauerfeier bestimmen soll, wo die Beerdigung stattfinden soll, wie der Grabstein beschaffen sein soll und vieles mehr. Zu diesen Menschen gehöre ich nicht.

Ja, durch Gottes Wort werden wir aufgefordert, über unseren Tod nachzudenken: »Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.« (Psalm 90,12) Sicher: über die Beerdigung steht nix drin - aber dass wir uns Gedanken machen sollten, dass wir eines Tages hier nicht mehr sein werden.

Ich mach es nicht. Leider. Oder doch nicht leider? Gut so? Lieber leben als über den Tod nachdenken? Schließt sich das aus? Und werde ich nicht klug, wenn ich es nicht bedenke? Ich weiß es nicht… Wie denkst du über deinen Tod, dein Sterben, deine Beerdigung? Ist das ein Thema für dich? Es würde mich wirklich interessieren - vielleicht denke ich dann auch mal mehr darüber nach.

Eines muss ich aber doch noch sagen: wenn ich zu uns in die Kirche gehe, sei es zum Gottesdienst oder anderen Veranstaltungen, gehe ich über den Friedhof. Und ich tue dies gerne und mit Absicht. Die Gräber und die Stille lassen mich daran denken, dass alles hier zeitlich und vergänglich ist. Immer noch kommen mir keine Gedanken über meine Beerdigung - aber ich denke an meinen Schöpfer, an meinen Retter Jesus und daran, die Ewigkeit bei ihm zu verbringen. Ist das nicht auch schon klug?

Daniels Beitrag gibt es hier.

3 Responses to “ Meine Beerdigung. ”

  1. Hm….ich glaube sowieso, Beerdigung ist hauptsächlich für die Hinterbliebenen. Man kommt nochmal zusammen und will sich an den Menschen erinnern und gemeinsam trauern, dass er/sie nicht mehr da ist.
    Ich muss sagen, der Tod an sich ist für mich schon noch ganz schön weit weg gedanklich. So recht will ich mich auch nicht auseinandersetzen damit. Ich mein klar - Auferstehung, Leben bei Gott usw. ist prima, wobei eine kleine Restunsicherheit bleibt. So ähnlich, wie wenn man einen Song wieder und wieder geprobt hat und man dann beim Auftritt doch nervös ist und Lampenfieber hat.
    Zum Thema Beerdigung habe ich mir trotzdem ein paar Gedanken gemacht. Ich hätte gerne, dass ein Freund von mir auf seiner Gitarre was spielt. Überhaupt wünsche ich mir, dass die Leute an der Beerdigung singen - Lieder voller Hoffnung. Und ich hätte gerne, dass ein anderer Freund von mir das Lied “Du bist ein wunderbarer Hirt” von Lothar Kosse singt.
    Und zu guterletzt: auf meinem Grabstein soll stehen “Der Herr ist immer noch mein Hirte”.
    Auch eine faszinierende Idee aus meiner Sicht ist eine Beerdigung a la New Orleans - wo der ganze Trauerzug mit tieftrauriger Jazzmusik zum Grab zieht, und kaum ist der Sarg unten, jazzt die Kappelle mit Spaß und Freude den ganzen Rückweg volle Lotte drauf los und man feiert gemeinsam. Ist aus meiner Sicht eine gute Kombination aus “wir sind traurig, dass wir den geliebten Menschen verloren haben” und “wir freuen uns, dass er/sie bei Gott ist”. Nur - wo krieg ich (respektive meine arme Witwe, die sich darum kümmern müsste) in Deutschland eine New Orleans Kapelle her…. ;-)

  2. [...] erster spontaner Reaktion – »Hä? Wie jetzt?« – folgte ein Blog-Beitrag, der eine grundsätzlich andere Perspektive eröffnet: »Es gibt Menschen, die machen sich zu Lebzeiten schon ihre Gedanken, wie ihre Beerdigung [...]

  3. Naj, das ist so eine Sache, über die eigene Beerdigung nachzudenken. Kann ja auch so rüberkommen: Wenn ich erst mal tot bin, dann werdet ihr sehen, was ihr an mir hattet, also schnell in Richtung Selbstmitleid abdriften. Aber ich denke, es kann auch gut sein, darüber nachzudenken. Bei der Beerdigung meiner Oma wurde viel Stuss erzählt, fast hätte ich angefangen zu lachen, weil die Trauerrede so gar nichts mit ihr zu tun hatte. Der Redner hat sich wohl einfach nicht getraut ehrlich zu sein. Aber das ist etwas, das ich mir für meine Beerdigung wünsche, dass meine Freunde und Verwandten ehrlich sein können, wenn sie über mich reden und dass es trotzdem positiv ist. Also eigentlich stellt sich bei mir dann die Frage: Was für ein Mensch will ich dann gewesen sein? Hmmm. Ich glaube, da muss ich noch weiter drüber nachdenken, beten und vor allem dran arbeiten.

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