Mehr als ein Sakristeigebet.

Am letzten Tag unseres Kurses im Predigerseminar haben wir ein Gebet Martin Luthers auf den Weg mitbekommen, das in einigen Kirchen als “Sakristeigebet” in derselbigen hängt. Ich finde es sehr schön, da es die Abhängigkeit des Predigers von Gottes Wirken ausdrückt und Gott allein als dem Handelnden und Wirkenden im Gottesdienst die Ehre gibt - und nicht einem Menschen.

Herr, Gott, lieber Vater im Himmel, ich bin wohl unwürdig des Amtes und Dienstes, darin ich deine Ehre verkündigen und der Gemeinde pflegen und warten soll. Aber weil du mich zum Hirten und Lehrer des Wortes gesetzt hast – das Volk auch der Lehre und des Unterrichtes bedürftig ist, – so sei du mein Helfer und lasse deine heiligen Engel bei mir sein.

Gefällt es dir dann, durch mich etwas auszurichten, zu deinen Ehren und nicht zu meiner oder der Menschen Ruhm, verleihe mir auch aus lauter Gnade und Barmherzigkeit den rechten Verstand deines Wortes, und vielmehr, dass ich es auch tun möge.

O Jesu Christe, Sohn des lebendigen Gottes, Hüter und Bischof unserer Seelen, sende deinen heiligen Geist, der mit mir das Werk treibe, ja, der in mir wirke das Wollen und Vollbringen durch deine göttliche Kraft. Amen.

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