Kirche der Freiheit.
Diese Tage ging in Wittenberg der »Zukunftskongress« der Evangelischen Kirche in Deutschland zu Ende. Zentrum dieses Kongresses sind die Reformbemühungen der Kirche, die sich in dem Impulspapier »Kirche der Freiheit« finden.
Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt bestärkte die evangelische Kirche in ihren Reformbestrebungen. Dabei sollte sich die Kirche aber nicht über Strukturfragen »auseinanderdividieren«, sagte sie in Wittenberg. Vielmehr sei von der Kirche eine Antwort gefragt, welche Rolle Religion und Glaube in der Gesellschaft spielen sollten. »Deswegen brauchen wir Reformen und einen neuen Aufbruch, nicht vordergründig, weil wir weniger werden und das Geld knapp wird«, sagte die Grünen-Politikerin, die auch der EKD-Synode angehört. (www.ekd.de)
Dem möchte ich mich insofern anschließen, als dass ich Strukturdiskussionen erst dann für gut und richtig halte, wenn der Inhalt und das Ziel geklärt ist. Denn: was bringt mir eine gute Struktur, wenn die Kirche nach wie vor an ihrer Diesseitsfokussierung festhält? Immer und immer wieder erheben Kirchenvertreter in der Öffentlichkeit ihre Stimme gegen die Armut und soziale Ungerechtigkeit. Das ist gut so. Nur: Die Antworten, die sie dann auch anbieten, sind vollkommen diesseitsorientiert, da sie sich lediglich auf Spendenaufrufe und Reformprogramme in armen Ländern stützen. Aber was soll das? In allererster Linie ist die Kirche nicht »Kirche der Freiheit« sondern Kirche Jesu Christi. Und dieser Jesus Christus ist der Durchbrecher des Todes, derjenige, der unsere Schuld vergibt, derjenige, der uns Hoffnung auf ein Leben in Ewigkeit schenkt.
Solange es in der Kirche keine Rückbesinnung auf das Zentrum gibt, wird es in der Kirche keine Besserung geben - gleich welcher Art. Die Kirche hat Jesus Christus zu verkündigen, wie er uns in der Bibel bezeugt wird. Sie hat sich nicht als Richter aufzuspielen zwischen Gut und Böse und sie darf sich auch nicht als den moralischen Zeigefinger der Gesellschaft verstehen.
Ganz ehrlich: mir ist es vollkommen egal, welche Strukturveränderungen dieser Kongress angehen möchte. Die Kirche muss dahin kommen, dass sie sich einzig Jesus Christus verpflichtet weiß. Ich erinnere an die 1. These der Barmer Theologischen Erklärung von 1934:
1. Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. (Joh. 14, 6)
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und Räuber. Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden. (Joh 10,1.9)
Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung außer und neben diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen.
Erst dann wird Kirche Jesu Christi auch »Kirche der Freiheit«.
Dieser Beitrag erscheint innerhalb des 3D-Bloggens. Für Daniel keimte immer wieder ein wenig Hoffnugn auf, wie er in seinem Beitrag dazu geschrieben hat. Simon knüpft an der Rolle des Pastors an und entwickelt in seinem Beitrag einige interessante Gedanken.
[...] …»3D Bloggen« geht in die zweite Runde. Diesmal werden wir kirchenpolitisch. Dave hat seinen Startbeitrag zum EKD-Zukunftskongress in Wittenberg ganz programmatisch mit »Kirche der Freiheit« überschrieben. Simon (De Vries!) wird wieder für den (sicherlich krönenden) Abschluss sorgen. [...]