Gelesen: …und die Hölle nebenan (Bettine Reichelt)
3. 7. 2008 | von: David Brunner
Welchen Beruf hätte König David wohl heute? Und was müsste geschehen, dass er den Reizen der schönen Batseba heutzutage erliegen würde? Was hat Simson, der bärenstarke Kerl aus dem Buch Richter, mit der rechtsradikalen Szene des heutigen Deutschlands zu tun? Wie lässt sich die Geschichte von den ungleichen Zwillingen Jakob und Esau auch heute noch erzählen - rund um die Geschehnisse der Wiedervereinigung Deutschlands?
Bettine Reichelt versucht in “…und die Hölle nebenan” genau das: bekannte biblische Personen und Geschichten werden in unsere heutige Zeit “transferiert” und erleben ihre Geschichte noch einmal neu. Es ist eine reizvolle Aufgabe - auch wenn sich manch einer vielleicht daran stößt: Wie kann man nur mit dem Wort Gottes so umgehen? Ich denke: man kann. Die Geschichten sind an sich ja nicht sakrosankt und in der Tat sind es Kriminalfälle, die auch heute noch ihren Reiz hätten.
Leider hat nicht jede dieser Kurzgeschichten ihren Reiz auch wirklich ausgespielt. Nach einem starken Beginn mit König David, lässt die Spannung ein wenig nach, um dann noch einmal aufzulodern. Aber: das ist auch Geschmackssache. Je nach angesprochener Thematik. Und das muss man Bettine Reichelt lassen: fantasievoll ist sie nicht in einem Schema geblieben, sondern hat es geschafft, diese biblischen Personen auf ganz unterschiedliche Weise in unserer heutigen Gesellschaft “zum Leben zu erwecken”.
So ist “…und die Hölle nebenan” ein Buch mit Licht und Schatten. Nicht jede dieser Kurz-Kriminalgeschichten überzeugt, dennoch macht es Spaß, dieses Konzept mitzuerleben und die “Verwandlung” der biblischen Charaktere nachzuvollziehen.
Verlag: Evangelische Verlagsanstalt Leipzig, Paperback, 208 Seiten, 2007
ISBN: 978-3-374-02406-3
Preis: 9,80 Euro
Diese Rezension ist auch auf SOUND7.DE erschienen.
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