Gehört: Sehnsucht (Wolfgang Michels)

[Trigami-Review]

“Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiß nie, was man bekommt.” (Zitat aus dem Film „Forrest Gump“)

Genauso ist es bei CDs - egal ob Album oder Single: ich lege den Silberling in den CD-Player und bin gespannt, was da rauskommt und lass mich überraschen. So geschehen bei der Single “Sehnsucht” des Hamburger Musikers Wolfgang Michels (www.wolfgang-michels.de).

Ganz besonders gespannt ist man da ja, wenn die Verpackung Großes verheißt: Wolfgang Michels, seit Jahrzehnten eine Größe im deutschen Musikgeschäft, als Singer/Songwriter mit ausdrucksstarken Texten am Start. Wer mal mit Rio Reiser kooperiert hat, darf sich sicherlich als einer der “ganz Großen” bezeichnen. Wolfgang Michels wird als ein solcher betitelt – zurecht, wie ich finde.

“Sehnsucht” beginnt mit einem vielversprechenden Drum-Part, bevor Instrumente und Stimme einsetzen. Und dann groovt’s. Keine Frage. Vielleicht ist es ein wenig zu Chartpop-tauglich abgerundet produziert, aber es macht Laune. Unweigerlich wippe ich mit dem Fuß mit. Die Hook geht runter wie Öl. Schöner Singer/Songwriter-Folk-Rock.

“Sehnsucht” zu hören macht Spaß, das ist Musik, das ist Gefühl - auch wenn die Stimme ein wenig zu unklar produziert ist. Da dominieren mir die Instrumente zu sehr.

Nicht nur die schöne Musik, auch die Texte laden ein, sich darin wiederzufinden, in ihnen “spazieren zu gehen”, sie wirken zu lassen: “Kennst du die Sehnsucht, wenn Liebe weh tut, wenn dir die Sehnsucht die Seele verbrennt.”

[singlepic=178,320,240,web20,right]Etwas leichter, fast schon etwas bes(ch)wingt kommt “Jemand wie du” als zweiter Track der Single daher. Doch schlagartig mischt sich die fröhliche Leichtigkeit der Instrumentalisierung mit dem Einsatz der sanft-melancholischen Stimme Michels’. Einfach herrlich, wie man mit so wenig so viel erzeugen kann. Da zeigt sich einfach die Klasse desjenigen, der nicht auf viel Effekte und Studioarbeit hoffen muss, dass seine Musik nach was klingt. Das ist handgemacht, echte, ehrlich Musik. Das IST Musik.

Produziert wurde die Single von Franz Plasa, der auch schon für Nena, Rio Reiser, Udo Lindenberg und viele andere produktionstechnisch am Werk war.

Reinhören in die beiden Songs kann man auf der Homepage von Wolfgang Michels (www.wolfgang-michels.de), die sowieso ein Besuch wert ist, oder auch bei myspace: www.myspace.com/wolfgangmichels.

Das Album „michels.zuhause“ zur Single erscheint morgen. Und ich kann jedem nur raten: zugreifen. Es lohnt sich wirklich, denn in dieser Pralinenschachtel stecken wirkliche Leckerbissen.

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