Gedanken aus dem Predigerseminar: Die Taufe.
In unregelmäßigen Abständen will ich hier ein wenig berichten, womit wir uns im Predigerseminar im Rahmen meines Lehrvikariats derzeit beschäftigen.
Heute steht die Taufe auf dem Programm. Vor einiger Zeit hatte ich schon einmal etwas über die Taufe und deren Bedeutung geschrieben.
Die Beschäftigung heute mit dem Thema war vor allem liturgisch-praktischer Natur. Dabei stellte sich bei einer recht lebhaften Diskussion zu Beginn heraus, dass wir uns wohl ein wenig Gedanken machen müssten, wie man v.a. bei Eltern, die der Kirche und dem Glauben nicht wirklich nahe stehen, von Taufe reden muss. Begriffe wie Gnade, Sünde, Erlösung (die ja nicht durch die Taufe geschieht, aber auf die wir hoffen) müssen gefüllt und gedeutet werden - oder können wir in der Tat davon ausgehen, dass liturgische Stücke und Formulierungen für Menschen der postmodernen Gesellschaft, die sich fragen “Wofür brauche ich Gott überhaupt?”, verständlich sind?
Dennoch bietet die Taufe meines Erachtens eine große Möglichkeit, mit Menschen ins Gespräch zu kommen über den christlichen Glauben. Dabei dürfen wir aber nicht eine klerikal-heilige Grundstimmung der Taufe damit verwechseln, dass kirchenferne Menschen eine geistliche Erfahrung machen.
Gerade das praktische Taufgeschehen an sich zeigt doch, dass eine Taufwiedergeburtslehre ein geistliches Gemeindewachstum hindert, da es meines Erachtens nicht nur theologisch höchst fragwürdig ist, sondern weil es die Realität belegt, dass eine Taufe noch lange nicht bedeutet, dass später der Täufling und jetzt schon die Taufeltern und Taufpaten im gemeindlichen Leben aktiv sind.
Das ist für uns als Kirche eine Herausforderung. Denn wenn wir schon Kinder taufen, sollten wir auch Sorge dafür tragen, dass in den Elternhäuser eine christliche Erziehung stattfindet. Taufe nach dem Motto “Tschüss und gute Reise” kann es nun auch nicht wirklich sein.
Wie können wir es schaffen, dass das Geschehen der Taufe für kirchenferne Menschen ein Anlass ist, sich wieder verstärkt mit dem christlichen Glauben auseinanderzusetzen. Dazu gibt es eine Menge Hilfsmittel. Eines davon ist ein aus der norwegischen Kirche stammendes Programm der Begleitung der Kinder bis zum 6. Lebensjhar. Das Programm nennt sich “tripp trapp. Hilfe auf dem Weg ins Leben”.
Mehr Infos dazu unter www.tripptrapp-taufprojekt.de.
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