Christival 2008 - Jesus hat bewegt.

[singlepic=185,480,360,web20,center]Unfassbar - aber es ist rum. Das Christival 2008 ist inzwischen Vergangenheit und es ist viel zu schnell vorbeigegangen, denn es war einfach eine hammergute und gesegnete Zeit. Ein paar Gedankenblitze von mir. Persönlich und ohne Anspruch auf Vollkommenheit.

[singlepic=184,320,240,web20,left]Wortwechsel
Jeden morgen (außer Sonntag) gab’s an verschiedenen Orten einen “Wortwechsel”. Eine Mischung aus Bibelarbeit und Jugendgottesdienst. Ich war verantwortlich für den Wortwechsel in Kino 5 des CinemaxX Bremen. Das kleinste Kino. Wohnzimmeratmosphäre. Persönlich. Authentisch. Echt. Es war der Wahnsinn. Mit dabei: Mr. Joy (mit Karsten habe ich den Wortwechsel gemeinsam vorbereitet) und die Lobpreisband “Rainbow” aus Bremen, die derbe gerockt haben. Dazu jeden Tag ein Prediger / eine Predigerin: Am Donnerstag Kai Bißbort vom EC Lippe, freitags war Katrin König vom CVJM Bayern an der Reihe und am Samstag predigte Kristian Hamm-Fehl von der Deutschen Zeltmission. Das, was wir wollten, ist eingetreten: ein gaaaaanz persönlicher Wortwechsel, der die “kleine Menge” nicht als Nachteil ansah, sondern die Chance darin wahrnahm, ganz nah an die Leute ranzukommen. Sei es, dass Mr. Joy durch die Kinoreihen geklettert ist, andauernd irgendwelche Teilnehmer vorne auf der “Bühne” mit waren und irgendwas machten oder im Zeugnis/Gebetsteil die Teilnehmer richtig aktiv dabei waren. Es war super. Jesus bewegt eben.

Gegner
Als wir am Mittwoch Abend während der Eröffnungsveranstaltung ankamen, zogen gerade an uns die Demonstranten (es waren einige hundert) vorbei. Großes Polizeiaufgebot säumte die Straßen und hielt die Demonstranten in Schach. Es war ein komisches Gefühl. Trauer, Mitleid, Wut….eine Mischung. Zu sehen, man fährt auf ein christliches Festival und es wird gegen dieses demonstriert, war schon komisch.

Das gesamte Christival über gab es Demos gegen das Festival. Leider waren die Demos nicht immer friedlich. Es flogen Bierflaschen, es wurden Zäune eingetreten und eingerissen, Pöbeleien und ein verletzter Polizist. Die Frage, wer fundamentalistisch ist, wer intolerant ist und wer einfach schlechte Argumente hat, haben die Demonstranten dadurch selbst beantwortet.

Ich habe mich am Samstag Mittag mit einem Demonstranten, der gerade eifrig Flyer gegen das Christival verteilte, unterhalten. Der junge Mann hatte keine Ahnung, was eiegntlich wirklich auf dem Christival abgeht, war der Ansicht, dass Frauen in der evangelischen (!) Kirche unterdrückt werden, da sie nicht Pfarrerin werden können und unterstellte dem Christival, rechtsradikal zu sein. Naja, als linker Autonom muss er das ja auch. Er tat mir einfach nur leid. Er hat Parolen und Phrasen auswendig gelernt, die er mir auf Nachfrage nicht einmal erklären konnte. Ich werde für ihn beten.

[singlepic=186,320,240,web20,right]Vielfalt
Es wurde gesungen, gelacht, gespielt, gefeiert, gebetet, gesegnet - und das in all seinen Schattierungen und Prägungen. Das hat mich begeistert. Von wegen, “die Evangelikalen” wären alle gleich und so - wer sagt denn, dass es nur die Evangelikalen waren, die sich von Jesus bewegen ließen? Wie vielfältig sich die Wortwechsel, Festivals, Seminare, Nachtprogramme und alles andere präsentiert hat, war herrlich. Ein bunter, ein farbenfroher Haufen, die Vielfalt der Gaben war zu sehen und es war einfach super. Das ist Gemeinde Jesu, das ist Reich Gottes, wo es von einer Mitte her kommend bunt und vielfältig wird.

fromme VIPs
“Jesus, in deinem Königreich sind wir alle gleich”. So oder so ähnlich (ich weiß es nicht mehr genau) sangen wir in einem Lied am Sonntag Morgen beim Abschlussgottesdienst (super Predigt von Roland Werner!). Schade, dass das aber nicht gelebt wird. Es gibt sie eben doch noch: die christlichen “Promis”, die sich für etwas Besseres halten. Die meinen, sie seien etwas gleicher als andere. Und es sind irgendwie immer die gleichen Referenten, Musiker und selbsternannten VIPs. Schade, dass die es nicht gerafft haben, worum es eigentlich geht. Wenn ich sehe, wie viele Helferinnen und Helfer einen bescheidenen Job gemacht haben wie Kabelrollen, Toiletten putzen, Tische wischen und Veranstaltungsorte aufzuräumen, haben es manche einfach nicht gecheckt, dass sie nicht besser sind als andere. Aber man findet sie auf christlichen Veranstaltungen immer wieder - und das ist schade. Wenn es dann eben auch noch Namensschilder mit dem Aufdruck “VIPs” gibt, wird das Ganze auch noch vom Christival selbst unterstützt. Schade.

Stimmung
Manchmal fand ich es schon fast ein wenig beängstigend: die Stimmung, die man spüren konnte, wenn man sich unter den “Christivalern” aufhielt, war eigentlich immer sehr gut. Das hat mich überrascht. Nach ein paar Tagen Isomattenschlaf im Schulgebäude, teilweise unbefriedigenden sanitären Einrichtungen, Dauerschlafmangel, tausenden von anderen Menschen, die auch mal nerven können, den Demos am Rande - da hätte es auch ganz anders werden können. War es aber nicht. Und das war überraschend wie schön zugleich. Die Stimmung war fröhlich, aber nicht überdreht. Sie war einladend und werbend. Genau so, dass viele Bremer merkten: die Christen sind gar nicht so schlimm, wie es im Vorfeld immer geheißen hat.

[singlepic=187,320,240,web20,left]Organisation
Ein dickes, dickes Lob. Mein Eindruck ist der, dass die Pannen, die bei solch einem Mega-Event unweigerlich auftreten, sich wirklich auf einem Minimum bewegten. Alleine die Organisation der Wortwechsel im CinemaxX (zehn Kinos, in denen jeden Morgen die komplette Technik und wortwechselspezifische Einrichtung neu aufgebaut werden musste) war der Wahnsinn. Ein großes Dankeschön an alle, die das Christival 2008 organisiert und verantwortet haben. Unglaublich gut.

Ausblick
In den kommenden Tagen und Wochen wird sich zeigen, was das Christival in den einzelnen Menschen wirklich bewirkt hat. Denn gerade dann, wenn der Alltag einen wieder eingeholt hat, kann man von solch einem Event zehren oder es schnell vergessen. Aber ebenso ist es wichtig, dran zu bleiben am Gebet, am Wort Gottes, an Gott selbst. Ich glaube aber, dass die Verkündigung so gut war, dass viele viele Teilnehmer darin bestärkt wurden, ihren Glauben im Alltag genauso fröhlich und konsequent zu leben wie auf dem Christival selbst.

Bleibt zu hoffen, dass es in spätestens 6 Jahren wieder ein Christival geben wird. Mein Tipp: in Stuttgart.

7 Responses to “ Christival 2008 - Jesus hat bewegt. ”

  1. Über das VIP-Gehabe hab ich mich auch aufgeregt.

    Aber geil, ich hab auch schon auf Stuttgart getippt. Hätte aber auch nix gegen Hannover. ;-)

  2. [...] Jesus hat auch David Brunner bewegt [...]

  3. herzlichen dank für den schönen bericht. :)

  4. Hallo Dave,
    einfach cool dein Bericht über das Christival! Christival bleibt im Gespräch, der Hausarzt sprach uns an+dadurch entstehen gute Gespäche. Eine nette Begebenheit erlebte ich: Eine Mutter war mit ihrer 25 jähr. Tochter(Down-Syndrom) beim Abschlussgottesdienst und sie fragte die Mutter: Glauben die alle so an Jesus wie ich? Gestern fuhr ich noch mal zur Bürgerweide, um zu sehen, wie es am Tag nach dem Christival aussieht - es war fast schon alles abgebaut! Als ich mit dem Fahrrad zurück fuhr, war mein Gebet: Herr, erfülle deine Kinder mit einer glühenden Retterliebe und viele Menschen in Bremen und “Umzu” Jesus Christus finden.
    Jesus bewegt, dieses Motto ist voll aufgegangen! ER hat bewegt und bewegt weiterhin!

  5. hallo david, leider hatten wir gar nicht die zeit, ausführlich zu quatschen…dennoch auf diesem wege ein danke für die gute vorbereitung (auch an karsten) des wortwechsels. trotz müdigkeit, wärme, kaffee entzug und halteverbot (es gab ein knöllchen!!!) fand ich die beiden ww in kino 5 sehr geil…dichte atmosphäre, heiliger boden, gott war gegenwärtig. hat spaß gemacht. danke nochmal und liebe grüße in den süden der republik. kristian p.s. stuttgart…? wo is´n das? wäre für gelsenkirchen- rein innen pott…schön christival auf schalke :grin1_ee:

  6. Hi Dave!
    Danke für deinen tollen Bericht!
    Ich will mich auch nochmal bei dir und Karsten auf diesem Weg bedanken, das ihr die Techniker bei dem Auf- und Abbau der Technik an jedem Tag wunderbar geholfen habt! Und Eure Moderation der Wortwechsel mit Wohnzimmeratmosphäre war genial!
    Und das Motto Jesus Bewegt! hat im Kino 5 auf jeden Fall gepasst! Auch ich war bewegt und das nicht nur vom Technik-Schleppen! ;-)

  7. Hallo David,
    ich schließe mich meinen ‘Vorrednern’ an. Danke für deinen Bericht. Es tut gut zu lesen, dass Jesus durch uns echt was bewegt hat. Es war trotz des frühen Aufstehens eine geniale Zeit für mich mit Illusionen, bewegenden Worten und coolem Lobpreis.

    Sei gesegnet
    Martin
    Techniker aus Wohnzimmer (ähh) Kino 5

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