»Seine Versuchungen und unsere Versuchungen«.

Unter dieser Überschrift las ich heute die Andacht von Oswald Chambers in dem Buch »Mein Äußerstes für sein Höchstes«. Chambers’ Gedanken faszinieren. Denn: Sie sind anders. Sie sind unkonventionell. Sie sind gut. Chambers hat eine ganz besondere Stärke, die man in der modernen Theologie und vor allem in modernen Andachtsbüchern vermisst: Chambers geht schonungslos vom Wesen Gottes aus - und blickt von da auf den Menschen. Die modernen Bücher machen es anders: Man dreht sich zunächst um sich selbst und die menschlichen Probleme und zieht dann Gott als »Notlöser« zu Rate.

Was bei Chambers’ Ansatz vor allem geschieht: Man denkt nacht. Man reflektiert. Man wird wachgerüttelt (und das ist gar nicht schlecht, wenn man das so früh am Morgen liest ;-) ).

Heute wie gesagt zum Thema »Seine Versuchungen und unsere Versuchungen«.

Um in »medias res« zu gehen, hier ein kleiner Auszug. Zu Grunde liegt Hebräer 4,15.

»Die Versuchungen des Herrn sind nicht menschliche Versuchungen; es sind die Versuchungen Gottes als Mensch. Durch die Wiedergeburt nimmt der Sohn Gottes in uns Gestalt an und hat in unserem leiblichen Leben dieselben Versuchungen zu bestehen, wie Er sie auf Erden bestehen musste.« (aus: Mein Äußerstes für sein Höchstes, 30. Auflage, Wuppertal 2005. S. 262)
Weiter führt Chambers aus, dass wir als Christen aus diesem Grund Anfechtungen eben nicht ausgesetzt sind, damit wir sündigen oder Schuld auf uns nehmen, sondern vielmehr aus einem einzigen Grund: wir sollen keinen Nutzen mehr für Gott sein. Das ist die Motivation jeder Versuchung.

Ich fand dies einen sehr interessanten Gedanken. Zu schnell kommen wir in eine gesetzliche Haltung hinein, die Versuchung lediglich darauf reduziert, dass wir sündigen. Aber - und hiermit möchte ich auf den Anfang Bezug nehmen - dadurch würde alles »geistliche Geschehen« sich wieder nur um uns, den Mensch, und die Sünde drehen. Vollzieht man jedoch Chambers Gedanken, so geht es in der Versuchung eben nicht um den Menschen, sondern die Ehre Gottes.
Und eben um diese Ehre Gottes soll es im Leben eines jeden Menschen gehen.

Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen, der in seinem Glaubensleben herausgefordert werden möchte und wachsen möchte. Irgendwie ist es doch erstaundlich, dass man auf »die Alten« zurückgreifen muss, um zu wachsen. Es mag eine gewagte These sein, aber ich glaube, dass es wenig »moderne« geistliche Literatur gibt, die so in die Tiefe geht und einen solchen Glaubensgewinn bringt, wie die Worte »der Alten«.

Bestellen kann man »Mein Äußerstes für sein Höchstes« unter folgendem Link: www.asaphshop.net/index.html?nr=180146&k=&f=0

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